Konzepte

Thesenpapier "Hamburgs Wilder Osten" vom 20. Mai 2004

Grundsätzliches

Die Planung kann nur erfolgreich werden, wenn Rahmendaten zur Verfügung stehen.

  1. Bio-Kartierung muß realisiert werden.
  2. Gutachten über Gebäudebestand samt deren Denkmalwürdigkeit ist erforderlich.
  3. Gutachten zur Belastung des Wassers, des Bodens (Schwermetalle, PAK, PCB...)
  4. Weiter: Offenheit des Prozesses muß gewährleistet bleiben.

Was können wir uns vorstellen?

1. Nutzung als Naturlehrpfad (mit museumspädagogischem Erklärungskonzept)

  • Tier- und Pflanzentafeln mit Hinweisen zu Verhalten und Lebensraum, etc.

2. Nutzung als industriehistorischer Museumsweg (mit museumspädagogischem Erklärungskonzept).

  • Geschichte der Wasserversorgung mit Bedeutung der modernen zentralen Wasserversorgung für die gesellschaftliche Entwicklung und Stabilität einer Stadt.
  • Wasserqualität der Elbe; ein Becken macht mit Hilfe einer vertikalen Glasscheibe sichtbar wie die Filtration des Trinkwassers funktioniert, ein "Pumpenhäuschen" dient der Anschauung (begehbar).
  • Die Anfänge des Hygienischen Institutes sollten ebenfalls gewürdigt werden.

3. Realisierung von Rundweg und Durchweg.

  • Der Durchweg und Teile des Rundwegs wären "thematisch" erschlossen und gestaltet:
  • Der Rundweg ist schon heute ohne großen Aufwand herzustellen.
  • Es wäre vorher aber zu prüfen, wo er in für die Natur/Vogelwelt sensiblen Bereichen verläuft. Dort müssen Abschirmungen und auch nicht-störende Beobachtungsmöglichkeiten erstellt werden. Ebenso wäre ein Hinweis- und Orientierungssystem (Schilder, Wegweiser) sinnvoll.

4. Aufwertung des Areals durch Erhöhung der biologischen Diversität.

  • Ökologische Nischen können auf dem Areal vermehrt und gestärkt werden.

Was ist uns sehr wichtig?

1. Die Villa soll genutzt werden.

  • Sie wäre für Zwecke der GÖP, des Museums der Arbeit geeignet. Andere, ergänzende vorstellbare Nutzung: Rasthaus (Imbiss, Proviantstatiton) im Rahmen des Elberadwegs.

2. Nicht das Ganze wird zugänglich gemacht, sondern:

  • Nutzung nur auf bestimmten Wegen und Flächen. Der Zaun rund um die Becken ist zu erhalten.

3. Die öffentlich nutzbare Fläche und deren Zugang limitieren.

  • Diese wären am besten am und um die Villa, im Bereich des ehemaligen Gartens, also nur am Rande der Becken, angesiedelt (Zaun erhalten). Hier besteht auch die Möglichkeit, sich mal mit einer Decke auf einer schönen Wiese hinzulegen (Wildpark...). Denkbar ist auch eine von der Villa gemanagte Übernachtungs- und Zeltmöglichkeit für Wandergruppen in diesem Bereich.

4. Nutzung des Kaltehofe Hauptdeichs durch Radfahrer, Fußgänger und Skater soll gestärkt werden.

  • Es wäre - zum Beispiel gleich südlich des Sperrwerks am Deich - ein Treff- und Orientierungspunkt für diese Nutzer einzurichten. Picknickbänke, Anschließmöglichkeiten für Fahrräder, Orientierungskarte mit Km-Angaben, Wetterschutz, Mülleimer etc. Toll wäre eine Aussichtsplattform/-turm, die/der Überblick über Fluss, Bucht, Kaltehofe, Stadtsilhouette bietet und die landschaftliche Situation erlebbar macht.

Was können wir uns nicht vorstellen?

1. Wir wollen eine Nutzung, die auf Kaltehofe wenig verändert.

  • Kaltehofe soll NICHT der Freizeitpark im Stile von Hansaland werden. Es geht darum, Kaltehofe vor zu viel Eingriff zu schützen und zugleich in behutsamer Weise für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen.

2. Motorisierten Verkehr ausschließen.

  • Das heißt auch: Es den Nicht-Motorisierten leicht machen, nach Kaltehofe zu kommen (Anbindung S-Bahn/Radweg zur Stadt/Ausschilderung etc.) Für Autoverkehr - auch Busse u.ä. - ist und bleibt an der Schranke Schluss!

Weitere wichtige Punkte und Ideen

  1. Die Nutzung des achteckigen Gebäudes am Hinterdeich (Düker-Kopfgebäude) ist anzustreben, z. B. für Kombination Wasserforum/ Wassergütestelle Elbe.

  2. Ein direkter Zugang zur Elbe mit Steg an der Elbseite als Anleger für Paddler, Barkassen, kleine Boote sollte eingerichtet werden. (z. B. mit Treppe über den Deich, die an einen Anleger führt) und ein direkter Zugang zur Bucht (z. B. Rastplatz am Wasser im Rahmen des Rundweges).

  3. Fußgänger- und Radfahrerbrücke an die Autobahnbrücke anbringen. (Sprung über die Elbe, IGA).

  4. Umliegende Flächen in eine Planung/Betrachtung/Analyse einbeziehen. Becken auf der Billwerder Insel, Holzhafen Die Planung sollte grundsätzlich über die enge geographische Beschränkung hinaus greifen und Umfeld. Lage, Beziehungen des Gebietes berücksichtigen.