Konzepte

Neunutzung der Schieberhäuschen auf Kaltehofe im Sinne der solaren Stromgewinnung
von Stefan Stengel

Die Ausgangssituation:

Die Realisierung einer Neunutzung der ehemaligen Schieberhäuschen auf Kaltehofe enthält die planerisch anspruchsvolle, aber auch interessante Aufgabe, Verantwortung für die zentralen historischen Elemente der Wasserfiltrationsanlage Kaltehofe zu übernehmen. Gleichzeitig beinhaltet sie aber auch die Problematik eingeschränkter neuer Nutzungsmöglichkeiten, welche sich aus der großen Zahl der Häuschen, ihrer Verteilung auf dem Areal und gebäudestrukturellen Details wie der geringen Größe und der runden Form ergibt. Der Erhalt der Häuschen ist derzeit durch beschädigte Dachkonstruktionen, marode Türen und aufgeweichte Gebäudefundamente gefährdet. Für die auf Kaltehofe stehenden Schieberhäuschen wurde daher bis dato noch kein Konzept einer finanziell tragfähigen Neunutzung erarbeitet. Um den Verfall durch Nichtnutzung auszuschließen, müssen die Gebäude aber genutzt werden.

solar_pumphaus.jpg Kurzbeschreibung des Planungselementes:

Der Erhalt der Häuschen soll über das Vehikel der Neunutzung als Solarmodulträger gesichert werden. Dazu soll über den Schieberhäuschen neig- und kippbare Solarzellenflächen der Fläche 2,5*2,5 Meter installiert werden. Derartig bewegliche Module beinhalten den Vorteil einer 20-30% höheren Ausbeute gegenüber unbeweglichen Solarzellenflächen und können in der oben dargestellten Form in nur sehr seltenen Fällen auf Gebäuden genutzt werden. Die gebäudegebundene Nutzung ist zentraler Punkt der Kofinanzierung in der Projektplanung, um den staatlichen Zuschuß für die Renovierung und den Umbau der Häuschen zu erhalten. Die technische Umsetzung beinhaltet zudem den interessanten Vorteil der dringend erforderlichen Stabilisierung der Gebäudesockel, auf denen die tragenden Pfeiler der Solardächer installiert werden sollen. Der einzige gebäudebezogene Nachteil besteht im notwendigen Durchbruch durch die Spitze des Daches, der jedoch eher ästhetischer Natur ist, als denkmalschutzrelevanter Einwand, da sich die Dächer nicht mehr im originalen Zustand befinden und zudem renovierungsbedürftig sind. Das Areal Kaltehofe ist ferner als Weidegrund für Solarstrom sehr geeignet, da es einen geringen Prozentsatz baum- und gebäudebedingter Verschattung aufweist.

Zusätzliche Nutzung:

Die oben aufgezeichnete Realisierung steht nicht in Konkurrenz zu einer weiteren Nutzung der Häuschen, im Gegenteil: Sie wird durch sie im Sinne der Gebäudesicherung erst möglich und rundet die Beförderung gesellschaftlich wichtiger Themen, wie z. B. die Innovationsanwendung, erst ab. Für die weitere inhaltliche Gestaltung einer zusätzlich dazu angestrebten räumlichen Nutzung bieten sich die folgenden Themen an:

  • Multiples Energie- und Nachhaltigkeitsforum
  • Promotion erneuerbarer Energieformen
  • Themen aus dem Naturschutz und Gewässerbereich
  • Solare Trinkwasseraufbereitung
  • Abwasser-Info-Börse
  • Historische Entwicklung der Wasserfiltrationstechniken

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