Konferenzen
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Zusammenfassung
Agenda 21-Abschluss-Konferenz Kaltehofe
Wann: 10. Juli 2009, 14.00-16.30 Uhr
Wo: Fritz-Köhne-Schule, Aula, Marckmannstr. 61
Moderation Rüdiger Kruse,
SDW
Protokoll: Monika Mura,
Teilnehmer: ca. 100 Personen
Begrüßung
Herr Kruse begrüßte die rund 100 Teilnehmer der Agenda 21-Konferenz und
freute sich über das rege Interesse während des gesamten Prozesses.
Anschließend sprach Bezirksamtsleiter einige Grußworte. Er betonte
nochmals, dass er zu Beginn des Agenda 21-Prozesses deutliche Skepsis
hegte. Im Laufe der Zeit, er nahm an den Lenkungsgruppensitzungen
regelmäßig teil, schätzte er das Miteinander der Interessensvertreter
der Lenkungsgruppe und das im Konsens erarbeitete Nutzungskonzept für
Kaltehofe. Er freute sich über das Ergebnis der Umsetzung der vielen
Ideen aus dem Nutzungskonzept. Der zur Zeit noch strittige Punkt,
Parkplatz in der Villanähe, werde bestimmt auch zur Zufriedenheit aller
gelöst. Er habe aus seinem Haus erfahren, dass nur 60 Parkplätze
notwendig seien.
Agenda 21-Prozess
Kaltehofe – Masterplan - Bürgerbeteiligung
Im Anschluss stellte Frau Mura die Entwicklung und Durchführung des
Agenda 21-Prozesses Kaltehofe und des Masterplans Kaltehofe vor. Dabei
erhielt die Beteiligung der Bürger einen besonders hohen Stellenwert.
Im Rahmen der Erarbeitung des Masterplans wurde die Lenkungsgruppe
Kaltehofe ebenfalls eingebunden. Die SDW erhielt von der
Bezirksversammlung Hamburg-Mitte 2003 den Auftrag, einen Agenda
21-Prozess durchzuführen. Dieser dauerte von März 2004 bis September
2005. Ergebnis: ein im Konsens erarbeitetes Nutzungskonzept für
Kaltehofe. Naturerhalt, Erhalt der ehemaligen
Trinkwassergewinnungsanlage, ruhige Nutzung für Besucher waren wichtige
Bausteine. Im März 2006 erhielt die SDW von den Wasserwerken den
Auftrag, einen Masterplan Kaltehofe zu erstellen. Das renommierte
Architekturbüro Studio Andreas Heller konnte hierzu gewonnen werden. Im
November 2007 wurde der Masterplan erstmals der Öffentlichkeit
vorgestellt. 14,3 ha der insgesamt 45 ha Flächen werden für die
Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Rest bleibt umzäunt.
Wasserkunst Kaltehofe
Andreas Heller, Studio Andreas Heller, präsentierte nun die von allen
Teilnehmern mit Spannung erwarteten Umsetzungspläne „Wasserkunst
Kaltehofe“, in die die letzten Feinarbeiten Einzug fanden. Bei seinem
Vortrag ging Herr Heller auf die kulturhistorische Bedeutung der
ehemaligen Trinkwassergewinnungsanlage Kaltehofe ebenso ein wie auf die
Tatsache, dass im Zuge des Bauvorhabens eine Kampfmittelräumung
notwendig ist aufgrund der Belastung aus dem 2. Weltkrieg.
Er schilderte ausführlich Einzelheiten des Freiraumkonzeptes und der
zukünftigen Erschließung (Parkplatzsituation in Villanähe,
zweistreifige Zu- und Abfahrt über den Kaltehofe Hauptdeich,
Schrankenanlage und Belegungsanzeige, Erhaltung des Baumbestandes,
Wiederaufnahme von historischen Wegestrukturen).
Das ehemalige Betriebsgebäude bildet das Hauptelement und beherbergt
ein Besuchercafe, Ausstellungsflächen und einen Seminarbereich. Alle
Bereiche werden barrierefrei ausgebildet. Der bestehende Turm wird in
einen Aussichtspunkt umgestaltet und dient dazu, die Wasserkunst
Kaltehofe auch aus der Höhe zu erleben. Der Besucher erhält einen Blick
über das gesamte Areal.
Es wird keinen Ausstellungsturm, wie anfangs im Masterplan angedacht,
geben. Absolut neu wird das Ausstellungsgebäude zum Thema Wasserkunst
sein. Der Neubau ist mit der Villa durch eine Unterführung verbunden.
Das aus einem Wasserbecken „auftauchende“ Gebäude unterstreicht den
Gedanken der Wasserkunst und vermittelt dieses Thema durch einen
außenliegenden Wasservorhang sowie durch eine zusätzliche Wasserfläche
auf dem Dach.
Herr Heller zeigte den interessierten Besuchern ein Modell des Neubaus.
Hier kann das Thema Wasserkunst an Hand von Filmvorführungen und
veränderlichen Wasserinszenierungen vermittelt werden.
Diskussion:
Untersuchungen haben ergeben, dass aufgrund von Schwermetallbelastungen
ein oberflächlicher Bodenabtrag notwendig ist. Auf die Frage eines
Teilnehmers, wie mit der Neuansammlung von Schwermetallen umgegangen
werden soll, antwortete Herr Kruse, es gehe bei der geplanten Sanierung
um Altlasten. Die heutige Situation bzgl. des Neuantrags ist aufgrund
der Filteranlagen und hohen Umweltschutzstandards eine völlig andere
als vor 30 Jahren.
Hauptdiskussionspunkt war der Parkplatz in Villanähe. Der Kaltehofe
Hauptdeich bleibt nach wie vor für Durchgangsverkehr gesperrt. Ingo
Böttcher protestierte wie etliche andere Teilnehmer ebenfalls gegen die
geplante Teilöffnung des Kaltehofe Hauptdeichs bis zur Villa. Der
gesamte Kaltehofe Hauptdeich soll - wie im Agenda 21-Prozess erarbeitet
- autofrei bleiben.
Herr Heller antwortete, dass die Wasserwerke mit dem Erlebnispark
Kaltehofe ein Defizit tragen müssen. Der kostenpflichtige Parkplatz
wird eine kleine Einnahme-quelle sein. Man rechne mit 40.000 Besuchern
im Jahr. An Spitzentagen wird der Parkplatz mit 110 Stellplätzen belegt
sein.
Es wird 2 Schranken geben. Die Autos können von der Villa aus nicht
weiter in Richtung Moorfleet fahren. Nach Aussagen des Verkehrsplaners
soll die Straße bis zur Villa eine Gemeinschaftsstraße ohne
Beschilderung werden.
Auf die Frage nach dem Planungsstand für eine zweite Öffnung antwortete
Herr Heller, dass es eine Öffnung für Menschen am Kaltehofe Hinterdeich
geben wird.
Eine Besucherin fragte wie und ob im Zuge des Bodenabtrags die Bäume
erhalten werden?
Herr Sörensen von Hamburg Wasser erklärte, dass die
Schwermetall-Grenzwerte, die für Kindergärten gelten, auf Kaltehofe
überall erhöht sind. Die Kontaminationen müssen durch Bodenabtrag
beseitigt werden, der Kampfmittelräumdienst muss tätig werden. Die
Bäume können weitgehend erhalten werden. Jeder Baum, der gefällt wird,
wird ersetzt. Büsche müssen entfernt werden. Im Bereich des Parkplatzes
soll jeder Baum erhalten werden.
Herr Piel, GÖP, wirft in die Diskussion, dass es wertvollere Flächen
als Kaltehofe gibt, die es zu erhalten gilt. Er brach eine Lanze für
magere Böden und Rasenflächen, die für Insekten ideale Lebensräume
darstellen.
Die Frage nach dem Lebensraum von Blesshühnern und Eistaucher
beantwortet Herr Kruse. Die sensiblen Flächen rechts und links von der
zu öffnenden Fläche von 14,3 ha bleiben umzäunt.
Ein Teilnehmer fragte, ob ein Becken für Angeln geplant ist. „Dies sei
jetzt noch nicht sicher. Alle Interessensgruppen werden bzgl.
Feinplanung nach der vorliegenden Genehmigung des Bezirksamtes
eingeladen“, so Herr Heller. Für die Becken sind neben naturbelassenen
Biotopen auch aktive Bereiche mit Modellbooten oder ein
Museumsfilterbecken vorgesehen.
Frau Hollstegge schlug vor, weniger als 14,3 ha zu öffnen, dann spare
man Geld für weniger Bodenabtrag und Kampfmittelräumdienst. Das Thema
Fähranleger stehe ja noch in den Sternen. „Es ist alles geprüft worden,
so Herr Kruse, die Circle Line will am Entenwerder Park anlegen. Allein
aus Sicherheitsgründen ist es unmöglich einen kleinen Teil der Fläche
der Wasserkunstinsel abzusperren“.
Auf die Frage nach einem Betreiber antwortete Herr Sörensen: „ Es gibt
bisher keinen Betreiber, erst warte man die Genehmigung des
Bezirksamtes HH-Mitte ab, dann erfolgt die Betreiberausschreibung.“ Es
wird einen Betreiber für das gesamte Gelände geben, der für Pflege,
Unterhaltung, Gastronomie, Museum, Ausstellung zuständig ist. In der
Jury sitzen Herr Heller, die Behörde für Stadtentwicklung und Hamburg
Wasser. Herr Heller betont, dass er die inhaltlichen Programme
definieren wird. Die Inhalte müssen seiner Meinung nach an erster
Stelle stehen. Der zukünftige Betreiber muss naturpädagogische
Kompetenzen aufweisen.
Es wird kein Eintritt erhoben, um in den Park zu gelangen. Cafe und
Ausstellungen sind kostenpflichtig. Ähnlich wie bei einem Freundeskreis
e.V. kann man sich für Geringverdiener Staffelpreise für den Eintritt
in die Ausstellungen vorstellen, so Heller.
Das Wasserforum von Hamburg Wasser ist kostenfrei. Verbindungen zum
neuen Ausstellungsgelände sind seitens der Wasserwerke geplant.
Die Frage nach der anvisierten Zeitschiene beantwortet Herr Heller wie
folgt: „Die Sanierung der Villa soll 2009 erfolgen, im Spätsommer 2010
soll eröffnet werden. Die Kampfmittelsituation ist jedoch nicht
absehbar.“
Zusammenfassung der
Ergebnisse
Herr Kruse bedankte sich bei den Teilnehmern für die lebhafte
Diskussion und den Referenten für die Informationen. Sein prägnantes
Fazit lautete:
„Das Konzept ist eine absolute Aufwertung für die Entwicklung von
Rothenburgsort. Die heutige Diskussion zeigte deutlich, der Parkplatz
ist das Hauptproblem. Die Idealvorstellung wäre, den Parkplatz an die
Spitze (Höhe der jetzigen Schranke am Kaltehofe Hauptdeich) von
Kaltehofe zu verlegen. Es wird eine Lösung gefunden werden. Der
Ausschuss Management für den öffentlichen Raum beschäftigt sich mit dem
Thema Parkplatz.
Der Skipper am Kaltehofe Hinterdeich ist ein absoluter Geheimtipp für
Besucher von Kaltehofe. Wir empfehlen den Besuch beim Skipper gern im
Rahmen unserer Führungen um Kaltehofe.“
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