Vortragsabend

Kaltehofe ein Kleinod am anderen Ufer?!
- ein Bilder-Vortrag mit Diskussion

Veranstalter: Verein Zukunft der Elbinsel Wilhelmsburg e.V.
Referentin: Hanne Hollstegge, Stadtplanerin
Wann: Donnerstag, den 10.2.05 um 19.oo h im Bürgerhaus Wilhelmsburg,
Wo: Mengestr. 20, Bus Nr. 13 bis Haltestelle Wilhelmburger Rathaus alle 7 Min. von der S-Bahnstation Veddel

Welche Qualitäten besitzen die Rothenburgsorter Elbinseln Kaltehofe und Billwerder Insel und welche Chancen liegen in einer Weiterentwicklung u.a. als Erholungs-und Ausflugsziel für WilhelmsburgerInnen oder andere HamburgerInnen oder ihre Gäste?

Die beiden kleinen "Inseln" Kaltehofe und Billwerder Insel beherbergen romantisch wirkende Kulturdenkmälern der Wasserversorgung, der Stadtwasserkunst aus dem 19. Jahrhundert und haben sich einsehbar, aber geschützt, zu naturnahen vogelreichen Geländen entwickelt. Nur 250 m Norderelbe trennen Georgswerder vom Elberadweges "e", der an den historischen Wasserwerksgeländen auf Kaltehofe (Filterwerk) und der Billwerder Insel (Schöpf-und Vorklärwerk) vorbeiführt und im Anfang des 20. Jh. das derzeitige Hamburg versorgte.

Nicht nur in Wilhelmsburg, sondern auch in Rothenburgsort - beinah in der Nachbarschaft - stehen Planungen an. Wie beispielsweise die Nutzungsänderungen für Kaltehofe und die Entwicklung von neuen großen Gewerbeflächen, die in der Nähe der Neuen Elbbrücken.
Für die 60 ha Kaltehofe mit dem 44 ha großen Elbwasserfiltrierungswerk aus dem Jahr 1893 wird in einem Agenda-21-Prozess seit Anfang 2004 an einem "nachhaltigen" Nutzungskonzept gearbeitet. In diesem zweijährigen Prozess im Auftrag des Bezirks Mitte, wird allerdings nur die Inselfläche bezogen, ein Kompromiss zwischen wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und ökologischen Interessen gesucht. Dagegen geht das Konzept ãWasserkunstinsel KaltehofeÒ über die frühere Trinkwasseraufbereitungsinsel an Hamburgs zweitgrößtem Süßwasserwatt,hinaus.

Hanne Hollstegge geht von den landschaftlichen und historischen Besonderheiten des "Ortes" Kaltehofes aus. Mit dem - nach derzeitigem Kenntnisstand sogar bundesweit einzigartigem Kulturdenkmal (ohne Denkmalschutz) - ist spannende Hamburger Geschichte wie die der Hamburger Brand, Hamburger Cholera, aber auch der Skandal um Gifte im Boden der "Böhringer-Siedlung" verbunden. Weitere aktuelle und zukünftige Zusammenhänge und Wechselwirkungen mit der Umgebung werden ebenfalls angerissen. Dazu gehören Hamburger Vorhaben wie Hafencity, IBA, IGS, mehr Gewerbeflächen und die Intensivierung von Industrie. Auf der Grundlage dieser Rahmenbedingungen entstanden Vorschläge, die sich an drei Zielen der Agenda 21 orientieren. Abgeleitet wurden diese Ziele von Ergebnissen des Umweltgipfels in Rio von 1992 und Folgekonferenzen.

  • Erhalt der Artenvielfalt
  • Stadterhalt und Identifikation
  • Stadtverträgliche Mobilität /Reduzierung der CO2-Emissionen
Desweiteren wird der Beschluss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte berücksichtigt, den Kaltehofer und Moorfleeter Hauptdeich, eine Teilstrecke des europäischen Elberadwegs "e" Richtung Eichbaumsee und Geesthacht weiterhin Kfz-frei zu lassen.

Die Referentin freut sich auf einen regen Austausch von Ideen und Rangehensweisen zur Weiterentwicklung Kaltehofes oder vergleichbaren Flächen in Wilhelmsburg.

Hanne Hollstegge
Dipl. Ing. Städtebau/Stadtplanung

Email:Hanne_hollstegge(at)web.de
Tel.:040 - 43 92 912

Weitere Infos zu Kaltehofe: hwo-digital.de; www.karo4tel.de; rothenburgsort.info.de;